Hamsterrad oder Komfortzone?

Hamsterrad oder Komfortzone?

Heute möchte ich Sie gerne zu einem kleinen Gedankenspaziergang einladen.
Immer wieder ist davon die Rede, dass Menschen im Hamsterrad gefangen sind, nur noch fremdbestimmt durchs Leben gehen und keinen Raum für Kreativität und Individualismus haben.

Jetzt meine etwas provokative Frage:
Stimmt das wirklich? Ist es nicht eher so, dass wir es uns in diesem Hamsterrad ganz schön gemütlich gemacht haben? Dass dieses unsere „Komfortzone“ darstellt, die wir gar nicht verlassen wollen?

Schauen wir doch die Symbolik einmal näher an.
Ein Hamsterrad ist rund – es bietet einen Rahmen für unser Tun. Alles innerhalb des Rades ist uns vertraut, auch wenn wir dies zum Teil als unangenehm empfinden.
Der Rahmen gibt Sicherheit. Wir wissen genau, in welchen Grenzen wir uns bewegen können, ohne in neue, unbekannte Situationen zu geraten, die ja potentiell gefährlich sein könnten.

Jeder Versuch, einen Schritt aus dem Hamsterrad heraus zu machen, löst Angst aus. Angst ist schwer auszuhalten. Also rechtfertigen wir den Verbleib im Rad vor uns selber mit allen möglichen Erklärungen:

  • Ich muss ja schließlich Geld verdienen, ich habe eine Familie zu ernähren. Ich kann diesen Job nicht aufgeben.
  • In meinem Alter nimmt mich doch eh keiner mehr. Das ist halt so.
  • Ich kann doch nicht einfach alles hinschmeißen und ganz was Neues machen.
  • Hier auf dem Dorf wird das nie akzeptiert werden.
  • Ich muss jeden Tag so weit pendeln, in meinem Wohnort gibt es keine passenden Jobs.
  • usw., usw., usw.

Das hört sich ja auch alles ganz logisch und vernünftig an. Und so haben wir schnell den Fuß wieder eingezogen und laufen weiter im Kreis.

Hören Sie sich vielleicht gerade selber so oder ähnlich reden?
Dann lade ich Sie zu einer Übung ein:

Horchen Sie genau hin. Schreiben Sie all Ihre Argumente auf.
Und dann werden Sie Ihr eigener neugieriger, kritischer Diskussionspartner.
Hinterfragen Sie Ihre Argumentation, nehmen Sie sie regelrecht auseinander.
(Die nachfolgenden Fragen können dabei als Anregung dienen. Ihnen fallen bestimmt noch weitere ein.)

  • Ist das wirklich so?
  • Kennen Sie eventuell jemand, bei dem das anders ist? Auf was führen Sie dies zurück?
  • Was würde schlimmstenfalls geschehen?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser „worst case“ wirklich eintritt?
  • Haben Sie früher schon einen ähnlichen Schritt gemacht? Was hat Ihnen damals Mut und Sicherheit gegeben?

Ich bin sicher, dass Sie sich mit den Antworten selbst überraschen!

Gerade fällt mir noch ein Spruch ein, der hier ebenfalls ganz gut passt (Leider weiß ich nicht, wer der Urheber ist.):
„Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können!“

Nutzen Sie diese Erkenntnis. Fangen Sie an, immer mal wieder anders herum zu denken und neue Sichtweisen zu entwickeln.

Und dann seien Sie mutig!

Trauen Sie sich, ab und zu aus Ihrem Hamsterrad heraus zu klettern und sich umzuschauen.
Sie werden staunen, was Sie dort alles entdecken!

Und mit der Zeit werden Sie sich fragen, warum Sie so lange auf der Stelle getreten sind.

Herzlichst,
Ihre Barbara Wanning

Die Kommentare sind geschloßen.